24 Stunden lang den Alltag auf einer Feuerwache nachgestellt - Teilnehmer und Organisatoren begeistert.
Witterschlick. In die Rolle echter Berufsfeuerwehrmänner und -frauen schlüpften 19 Mitglieder der Jugendfeuerwehren Impekoven und Witterschlick im Alter zwischen 10 und 17 Jahren am Wochenende für die Dauer von 24 Stunden. Sie spielten bei einem "Berufsfeuerwehrtag" den Alltag der Mannschaft auf einer Feuerwache nach. Dabei durften neben Ausbildung und Wachunterricht, gemeinsamen Mahlzeiten und der Übernachtung im Gerätehaus natürlich auch spannende "Einsätze" in Gestalt möglichst realistischer Übungen nicht fehlen, die - für die Teilnehmer nicht vorhersehbar - den geplanten Tagesablauf immer wieder unterbrachen.
Zu Beginn der Veranstaltung am Freitagnachmittag stand die Begrüßung durch die Jugendwarte Hauptfeuerwehrfrau Heike Poetes (Impekoven) und Brandmeister Armin Kohlhoff (Witterschlick). Im Anschluss galt es zunächst die Nachtlager herzurichten und dann - in stetiger Erwartung des ersten "Einsatzes" die Fahrzeuge und Geräte auf Vollständigkeit und Funktion zu überprüfen.
Noch vor dem gemeinsamen Abendessen war es dann soweit: ein Kaminbrand in Impekoven wurde gemeldet. Die Erkundung durch Einsatzleiter Leon Mäsgen (10) ergab, dass zur Kontrolle des Kamins eine Drehleiter nachgefordert werden musste - und die Teilnehmer staunten nicht schlecht, als diese kurz darauf tatsächlich vor Ort eintraf. Es handelte sich dabei um das Fahrzeug der Löscheinheit Bonn-Duisdorf, die sich im Vorfeld dazu bereit erklärt hatte die Aktion zu unterstützen.
Insgesamt vier weitere Einsätze quer durch alle Aufgabengebiete der Feuerwehr waren bis zum Samstagnachmittag zu bewältigen. In der Nacht galt es einen "Brandmeldealarm" im Stellwerk am Bahnhof Witterschlick zu kontrollieren, der sich als Fehlalarm herausstellte und am frühen Morgen wurden die Jugendfeuerwehrleute erneut unsanft geweckt und zu einer "Ölspur" an der Schmalen Allee entsandt.
Ein "Verkehrsunfall" ereignete sich um kurz vor 10 Uhr am Samstagvormittag an der Nordstraße: ein Pkw hatte beim Rangieren ein Kind erfasst, das nun, dargestellt durch eine Puppe, unter dem Reifen des Fahrzeugs eingeklemmt war. Die Einsatzkräfte um Einsatzleiter Daniel Schell (13) ergriffen auch hier schnell die richtigen Maßnahmen: Absicherung der Unfallstelle, Sicherstellung des Brandschutzes mit Schnellangriffsrohr und Feuerlöscher, Erste-Hilfe-Maßnhamen, Befreiung des "Patienten" mittels pneumatischer Hebekissen und schließlich die Übergabe an einen Rettungswagen des Malteser Hilfsdienstes Bornheim. Zuletzt ging es um 14:00 Uhr in Volmershoven um die ursprüngliche Aufgabe der Feuerwehr, die Brandbekämpfung. Ein Container mit Holzresten war aus unklarer Ursache in Brand geraten und musste von den Teilnehmern mit mehreren Rohren abgelöscht werden.
Nach jedem Einsatz wurden die besetzten Funktionen (u.a. Einsatzleiter, Gruppenführer, Angriffstrupp, Wassertrupp, Melder) im Losverfahren neu verteilt, so dass alle Teilnehmer in den verschiedenen Einsatzübungen unterschiedliche Aufgaben wahrzunehmen hatten. Bei allen Aktionen im Rahmen dieser Veranstaltung wurde von den Jugendwarten größter Wert auf Unfallverhütung und die Sicherheit der Teilnehmer gelegt. Die Jugendlichen wurden entsprechend instruiert und zu sicherem Arbeiten angehalten, außerdem standen ihnen in allen Situationen erfahrene Feuerwehrangehörige zur Seite.
Zum Abschluss des Aktionstages zeigten sich die Organisatoren äußerst zufrieden. Alles hatte reibungslos funktioniert und die Ziele der Veranstaltung, zu denen neben dem Spaß für die Teilnehmer und Betreuer vor allem die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls gehörte, wurden in vollem Umfang erreicht. Ganz nebenbei wurde die feuerwehrtechnische Ausbildung der Jugendlichen vertieft und durch die Einblicke ins Berufsbild "Berufsfeuerwehrmann / -frau" ein Beitrag zur Berufswahlförderung geleistet. Auch den Teilnehmern war die Zufriedenheit deutlich anzusehen: Fahrten mit der Drehleiter, "Einsätze" mitten in der Nacht und das Löschen eines "echten" Feuers hatten bleibende Eindrücke hinterlassen, die beim Wiedersehen mit den Eltern am Ende der Veranstaltung aus einigen Jugendlichen nur so heraussprudelten.
Ermöglicht wurde der Berufsfeuerwehrtag durch die hervorragende Vorplanung der beiden Jugendwarte und durch eine Vielzahl von Helfern aus den Einsatzabteilungen der Löschgruppen Impekoven und Witterschlick, sei es bei der Verpflegung der Teilnehmer, als Fahrer der Einsatzfahrzeuge oder bei der Vorbereitung der Übungen. Auch die IuK-Gruppe (Information und Kommunikation) der Feuerwehr Alfter leistete einen wichtigen Beitrag, indem sie über die gesamte Dauer von 24 Stunden die Einsatzzentrale im Gerätehaus Witterschlick besetzte und von dort aus die "Einsätze" koordinierte.
Der besondere Dank gilt der Löscheinheit Bonn-Duisdorf und den Maltesern aus Bornheim, die mit ihren Fahrzeugen die Aktion unterstützt und für die Teilnehmer noch spannender gemacht haben. [to]



